Angeregte Podiumsdiskussion zu AutoID-Technologien in der Medizin
Am Mittwoch, den 3. März 2010, stand am Vormittag der Themenbereich Healthcare, der maßgeblich vom Sponsor Feig Electronic initiiert wurde, im Blickpunkt des CeBIT Forum AutoID/RFID in Hannover. Auf spannende Einzelvorträge zu den Themen Sicherheit, Klinikalltag, Sensorik und Gerätetechnik folgte eine ebenso zum Nachdenken anregende Diskussionsrunde unter dem Motto: „Braucht jedes Kind einen eindeutigen Namen?"
Michael Zehnpfennig von DHL Solutions and Innovations leitete die Diskussion ein: „Nicht das Objekt oder im Anwendungsfall Klinikum der Patient, den man mit einem RFID-Tag kennzeichnet, hat im System einen eindeutigen Namen, sondern der Tag selbst." Auch Heinrich Oehlmann, European Health Industry Business Communications Council, ist dieser Ansicht. „Wenn ein Patient ein Armband bekommt, wird diesem Armband eine eindeutige ID hinterlegt", so Oehlmann. „Demzufolge geschieht die Identifizierung des Patienten nur indirekt - nämlich über eine Referenz in der Datenbank." Rein technisch sei die notwendige Abstimmung bereits durch die gemeinsamen DIN & ISO-Normen für Barcode und RFID erfolgt, jetzt gehe es um die Verbreitung der Anwendungen.
Ständiger Verbesserungsprozess
„Ich sehe die größte Hürde für AutoID in der Klinik darin, dass zunächst eine ausreichende Verbreitung erreicht werden muss, bevor die Technik effektiv nutzbar wird", sagte Dr. Björn Kabisch vom Universitätsklinikum Jena. „Ansonsten sehe ich hinsichtlich ihrer Einführung überhaupt keine Schwierigkeiten." Frithjof Walk, Vertriebsleiter OBID bei Feig Electronic, äußerte sich grundsätzlich zustimmend zum Einsatz der RFID-Technologie in der Medizin und formulierte zugleich seine Ansprüche: „Ich wünsche mir, dass AutoID/RFID dazu beiträgt, dass ich nicht das Gefühl habe, in einem Krankenhaus schlecht aufgehoben zu sein." Walk betonte, dass die kleinsten Fehlfunktionen im Körper Leben beenden könnten. „Deshalb arbeiten wir an einem ständigen Verbesserungsprozess in der Medizintechnik, um durch den Einsatz der RFID-Technologie Fehlfunktionen, Fehlbedienungen und falsche Behandlungen zu vermeiden."
Zentrales Thema Patientensicherheit
Neben der grundsätzlichen Frage nach AutoID-Technologien in der Medizin debattierten die Podiumsteilnehmer über die elektronische Gesundheitskarte. Dr. Ralf Knels, DRK-Blutspendedienst Ost, sieht ein Problem in der Missbrauchsgefahr: „Das ist natürlich immer schwierig - der Arbeitgeber könnte womöglich einen Zugriff auf alle Krankheitsdaten bekommen und beispielsweise sehen, dass der Arbeitnehmer in der Vergangenheit psychische Leiden hatte oder ähnliches." Zum Abschluss der Diskussionsrunde betonten alle Teilnehmer, dass eine engere Kooperation zwischen den beteiligten Akteuren wünschenswert wäre. Nur so könne man das Potenzial der Technologie nutzen, sagte Andreas Otto vom Medizintechnik-Unternehmen Dräger. „Ich wünsche mir, dass durch den Einsatz von RFID-Tags die Patientensicherheit erhöht werden kann und dass diese Technologie auch zur Entlastung des klinischen Personals beiträgt."
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